Wie zuverlässig ist Grundblick?

Diese Seite ist eine selbst veröffentlichte Validierung — kein externes Audit, kein unabhängiger Prüfbericht. Wir legen offen, wie wir die Qualität der Analyse intern messen, was dabei herauskommt und wo sie nachweislich Fehler macht. Lieber ehrliche Zahlen mit Schwächen als ein perfekt poliertes Marketing-Versprechen.

Das Wichtigste vorweg

  • Die Analyse läuft vollautomatisch. Standardmäßig schaut kein Mensch in deine Dokumente, bevor du den Bericht bekommst.
  • Grün heißt nicht „garantiert kein Risiko“. Grün heißt: kein Hinweis im hochgeladenen Dokument. Was nicht im Dokument steht, kann nicht geprüft werden.
  • Grundblick ist ein Red-Flag-Check zur Vorbereitung deines Kaufgesprächs — und ersetzt keine rechtliche, steuerliche oder notarielle Prüfung.

Unser interner Prüfstand

Wir testen Grundblick gegen einen festen Satz von Beleg-Dokumenten, bei denen wir vorher wissen, welche Risiken drinstecken und welche nicht. Der Testsatz besteht aus zwei Quellen:

  • Echte, anonymisierte Unterlagen (Grundbuchauszüge, Teilungserklärungen, WEG-Protokolle, Mietverträge, Exposés), bei denen wir die enthaltenen Risiken von Hand durchgearbeitet und als „Soll-Ergebnis“ festgehalten haben.
  • Konstruierte Testfälle, in die wir gezielt einzelne Risiken einbauen (z. B. eine eingetragene Grundschuld, ein Vorkaufsrecht, eine Rückauflassungsvormerkung) — und Gegenfälle, die bewusst kein Risiko enthalten, um falschen Alarm zu messen.

Jeder Testlauf vergleicht das KI-Ergebnis Kategorie für Kategorie mit dem Soll-Ergebnis. So sehen wir nicht nur, ob ein Risiko gefunden wurde, sondern auch, wie oft die KI etwas meldet, das gar nicht da ist.

Trefferquote — Stand der internen Messung

Die folgenden Werte stammen aus unserem internen Testsatz. Sie sind eine ehrliche Momentaufnahme, kein Gütesiegel — die Stichprobe ist begrenzt und wird laufend erweitert.

  • Klar formulierte Risiken (eindeutig im Text benannt, z. B. eine in Abteilung III eingetragene Grundschuld): zuverlässig erkannt — in unseren Läufen über 9 von 10 Fällen korrekt als rot/gelb markiert.
  • Implizite oder verstreute Risiken (über mehrere Absätze verteilt, nur zwischen den Zeilen erkennbar, z. B. ein faktisches Sonderrecht aus mehreren WEG-Beschlüssen): deutlich schwächer — hier rutscht etwa jeder vierte bis fünfte Fall durch oder wird nur als gelb statt rot eingestuft.
  • Falscher Alarm (Risiko gemeldet, wo keins ist): selten, aber real — in unseren Gegenfällen vereinzelt, vor allem bei mehrdeutigen Formulierungen.

Wir veröffentlichen bewusst keine einzelne Prozentzahl als Siegel über die ganze Bandbreite an Dokumenten. Eine solche Zahl würde eine Genauigkeit vortäuschen, die wir bei nur einem Dokument im Einzelfall nicht garantieren können.

Wo Grundblick falsch liegt — ehrliche Beispiele

Falsch-positiv (Alarm, obwohl kein echtes Problem)

  • Ein Mietvertrag enthielt eine bereits gestrichene, durchgestrichene Klauselzur Staffelmiete. Die KI las den Text trotzdem als gültig und meldete ein Risiko, das real nicht mehr bestand.
  • In einem WEG-Protokoll wurde eine diskutierte, aber abgelehnte Sonderumlage als beschlossene Belastung markiert — die KI verwechselte die Antragsformulierung mit dem Beschlussergebnis.

Falsch-negativ (übersehen, obwohl ein echtes Problem)

  • Eine Rückauflassungsvormerkung war nur in einer Fußnote der Teilungserklärung erwähnt, nicht im Hauptteil. Die KI stufte die Kategorie grün ein, obwohl ein klärungsbedürftiger Befund vorlag.
  • Ein Wohnungsrecht zugunsten eines Dritten war im Grundbuchauszug umständlich über zwei Eintragungen verteilt formuliert. Die KI erkannte die Belastung nicht als zusammenhängendes Risiko und meldete sie nicht.

Solche Fälle fließen direkt in die Prüfanweisungen zurück: Jeder gefundene Fehler wird zu einem neuen Testfall, damit dieselbe Lücke nicht zweimal durchrutscht.

Was das für dich heißt

  • Nutze den Bericht als Frühwarnsystem und Gesprächsvorbereitung, nicht als abschließendes Urteil. Jede rote oder gelbe Ampel nennt eine Fundstelle, die du selbst gegen das Dokument prüfen kannst — siehe annotierter Beispielbericht.
  • Bei einer wichtigen Kaufentscheidung gehört das Dokument zusätzlich vor menschliche Augen — Notar, Anwalt oder Fachgutachter. Eine grüne Ampel ist ein Hinweis, keine Garantie.
  • Wie wir Halluzinationen eindämmen und mit unleserlichen PDFs umgehen, steht ausführlich in unserer Methodik.

Diese Validierung wird von Grundblick selbst durchgeführt und mit jedem erweiterten Testsatz aktualisiert. Sie ersetzt kein unabhängiges Audit.